Focusing

Focusing ist der Ansatz, der mich wohl am stärksten geprägt hat – nicht nur in meiner Arbeit als Begleiter, sondern in der ganzen Haltung, wie ich dem Leben begegne und begegnen möchte.

Focusing richtet den Blick nach innen, statt mit dem Verstand zu analysieren. Es fragt nicht: „Was denke ich über dieses Thema?“ – sondern: „Wie fühlt sich das eigentlich an, hier und jetzt, im Körper?“ Und es nimmt ernst, dass der Körper zu einem Thema oft längst etwas weiß, lange bevor wir es in Worte fassen können.

Dahinter steht eine einfache Annahme: Was wichtig ist, ist bereits da. Verschüttet vielleicht, aber da. Es braucht keine neuen Ratschläge oder Lösungen von außen, sondern einen inneren Raum, in dem das, was da ist, sich mitteilen und seine nächsten Schritte aus sich selbst heraus gehen kann.

Die Entdeckung von Focusing

In den 1960er Jahren stellte sich Eugene Gendlin – damals Mitarbeiter und später Nachfolger von Carl Rogers an der University of Chicago – eine Frage, die ebenso einfach wie folgenreich war:

»Warum hilft Therapie manchen Menschen – und anderen kaum, obwohl sie genauso engagiert sind?«
Eugene Gendlin, 1978

Gemeinsam mit Carl Rogers, dem Begründer der Personenzentrierten Psychotherapie und der Humanistischen Psychologie, wertete er über Jahre hinweg hunderte Therapiegespräche aus.

Das Ergebnis war überraschend: Der entscheidende Unterschied lag nicht allein bei den Therapeut*innen. Und auch nicht in der jeweiligen Methode. Es lag maßgeblich daran, was die Klient*innen selbst taten.

Die Menschen, bei denen sich wirklich etwas veränderte, hatten eine bestimmte Qualität in ihrem inneren Suchen. Sie hielten inne. Sie ließen Raum für etwas noch Unklares. Sie lauschten körperlich – bevor sie versuchten zu verstehen oder zu erklären. Gendlin nannte dieses körperlich gespürte Wissen um eine Situation, das sich zeigt, bevor es Sprache hat, „Felt Sense“.

Seine eigentliche Erkenntnis war so einfach wie weitreichend: Es ist keine seltene Begabung, die nur manchen Glücklichen vorbehalten ist. Es ist etwas, das alle Menschen tun können – und das sich erlernen lässt. Gendlin selbst sagte, er habe Focusing nicht erfunden, sondern gefunden – er habe beobachtet, was manche Menschen intuitiv taten, und einen Weg gefunden, es lehrbar zu machen.

1978 erschien sein Buch Focusing, das seitdem in viele Sprachen übersetzt wurde. Was Gendlin damit anstieß, war mehr als eine neue Methode. Psychotherapie war bis dahin vor allem Kognition – Deutung in der Psychoanalyse, Veränderung von Denkmustern in der Verhaltenstherapie. Gendlin zeigte: Echte Veränderung passiert nicht nur im Kopf. Der Körper muss mitgenommen werden. Nur was uns berührt und bewegt, verändert uns.

Focusing gilt als historischer Meilenstein und Fundament für moderne Traumatherapien und Achtsamkeitsverfahren, die heute ohne den Körperbezug undenkbar wären.

Inner Relationship Focusing: eine Weiterentwicklung

Auf Gendlins Arbeit aufbauend entwickelten Ann Weiser Cornell und Barbara McGavin – wohl zwei der prägendsten Stimmen des heutigen Focusing – ab den 1990er-Jahren eine Focusing-Ausrichtung, die heute unter dem Namen Inner Relationship Focusing (IRF) bekannt ist.

Als Ann Weiser Cornell damals begann, Focusing zu unterrichten, stieß sie auf einige Herausforderungen. Nicht allen Menschen fiel es leicht, einen Felt Sense wahrzunehmen. Viele brauchten dafür ausgesprochen lange, sodass die eigentliche Arbeit teilweise erst begann, als die Sitzung schon fast beendet war.

Barbara McGavin, Ann Weiser Cornell und ich beim Untangling Advanced Retreat, 2026

Die Antwort darauf fand sie gemeinsam mit Barbara McGavin. Sie verbanden ihren Blick mit dem Konzept innerer Anteile, wie es zu jener Zeit bereits in anderen Therapierichtungen existierte – und genau hierin lag der Schlüssel zu der Herausforderung, vor der Ann zuvor gestanden hatte.

Eine Eigenheit von Gendlins ursprünglichem Ansatz war es zum Beispiel, innere Anteile – z.B. Schutzimpulse, Widerstände, innere Kritiker, starke Gefühle, die gerade im Weg zu stehen schienen – zu bitten, kurz beiseitezutreten, um Raum für tieferes Spüren (für den Felt Sense) zu schaffen. Die Idee dahinter war nachvollziehbar. Aber für viele Menschen fühlte sich genau das wie ein subtiles Übergehen an: Als würde etwas, das sich gerade zeigen wollte, weggeschickt, anstatt anerkannt zu werden. Das machte den Zugang unnötig schwer.

Cornell und McGavin erkannten: Diese inneren Anteile wollen nicht beiseitegeschoben werden. Sie wollen gehört werden – genauso wie alles andere. Und wenn man ihnen echte Aufmerksamkeit schenkt, anstatt sie zu umgehen, teilen sie mit, was ihnen wichtig ist und verändern sich oft ganz von selbst.

Das verändert nicht nur die Haltung, sondern auch die Reichweite der Arbeit. Im IRF muss kein bestimmter innerer Zustand erst hergestellt werden. Was auch immer sich zeigt – eine Erschöpfung, ein Schutzimpuls, ein innerer Widerstand, ein Konflikt zwischen zwei gleichzeitig starken Impulsen – wird unmittelbar einbezogen.

Die Arbeit fließt organisch mit allem, was da ist. Das macht IRF nicht nur zugänglicher und flexibler, sondern oft zugleich tiefgreifender.

Du möchtest Focusing kennenlernen?

Focusing führt, wenn man es mit dem Kopf verstehen möchte, in tief philosophische Konzepte. Auf dieser Ebene lässt es sich jedoch gar nicht wirklich verstehen. Zumindest nicht so, wie Focusing verstanden werden möchte: mit dem ganzen Körper, aus dem Spüren des eigenen einzigartigen Erlebens heraus.

Wenn du neugierig geworden bist, wie sich das anfühlt – eine Einzelsitzung ist der einfachste Einstieg. → Zur Einzelbegleitung

Ab Mitte/Ende 2027 werde ich außerdem die zertifizierte Basisausbildung in Inner Relationship Focusing anbieten. Wenn du daran interessiert bist, trag dich gern hier ein und ich melde mich bei dir, sobald ein Datum feststeht.

Disclaimer: Ich bin kein Psychotherapeut oder Arzt und behandle keine Krank­heiten, weder psy­chischer noch körperlicher Art. Mein Angebot ist kein Ersatz für medizi­nische Behandlung oder Psycho­therapie und setzt psychische Stabilität voraus.

Eine Einzelsitzung buchen (kein Paket)

Eine einzelne 1:1 Sitzung kannst du für 180 € (inkl. MwSt.) pro Sitzung á 60 bis 90 Minuten buchen.

Ort & Dauer der Sitzungen

Wir treffen uns – je nach deinen Möglichkeiten und Präferenzen – Online via Zoom oder vor Ort in Oldenburg (Oldb). Eine Sitzung nimmt in der Regel ca. 60 bis 90 Minuten in Anspruch.  Ich blocke mir für jede Sitzung ausreichend Zeit, sodass kein wichtiger Prozess aufgrund von Zeitmangel unterbrochen wird.

Abstand der Sitzungen

Die im Paket erworbenen Sitzungen können innerhalb des jeweils angegebenen Zeitraums eingelöst werden. Die Frequenz ist flexibel und richtet sich nach deinem Thema und Bedarf. Allgemein ist ein wöchentlicher Rhythmus sinnvoll, um dran zu bleiben. Bei intensiveren Prozessen kann es auch mal temporär ein halbwöchentlicher Rhythmus sein, der dann später auf zweiwöchentlich oder monatlich reduziert wird. Ich werde dir in dieser Hinsicht regelmäßig eine Einschätzung und Empfehlung geben.

WhatsApp-Begleitung

Buchst du ein Paket mit WhatsApp-Begleitung, kannst du mir jederzeit Direkt­nachrichten schreiben und mir Fragen stellen. So stehst du auch zwischen unseren Sitzungen mit nichts allein da. Damit es für mich machbar bleibt, gib mir bis zu 48 Stunden Zeit für die Antwort. Ist es dringend, bemühe ich mich, dir noch am selben Tag innerhalb weniger Minuten bis Stunden zu antworten.

Ratenzahlung & Vergünstigungen

Bei Bedarf ist es möglich, die Kosten in monatlichen Raten zu zahlen – dazu wähle im Bestellvorgang die entsprechende Option aus. Außerdem, solltest du in einer finanziell schwierigen Situation sein, biete ich in bestimmten Fällen Vergünsti­gungen an. Schreibe mir dazu eine Nachricht an letme@feelthatshift.de

Garantie & Rücktritt

Falls du feststellen solltest, dass es doch nicht das Richtige für dich ist, kannst du entweder vor Inanspruchnahme deiner dritten Sitzung oder vor Ablauf von 21 Tagen von dem Paket zurücktreten. In diesem Fall zahlst du lediglich für die bis dahin genutzten Sitzungen (180 € inkl. MwSt. pro Sitzung).

Feedback

»Moritz, deine Arbeit ist unglaublich wertvoll. Du schaffst es, mir einen Raum zu schenken, in dem ich mich sehr getragen und beschützt fühle. Durch das, was du für mich möglich gemacht hast, bin ich an meine Ursprungsthemen heran gekommen und konnte Gefühle zulassen, vor denen ich große Angst hatte. Ich spüre nun, dass sich dieser Kern lösen und sich etwas in mir verändern darf. Dafür möchte ich dir danken. Du machst wundervolle Arbeit. 🙏«
Julia Z., München
»Releasing and letting go of the difficult stuff in life can be hard. Really hard. Sometimes it seems an impossible task. But working with Moritz makes a difference. A real difference. It is a bit strange. He helped me shift and release some hard stuff in a soft, and at the same time direct, personal and strangely efficient way. Tears, then laughter. Pain, then humor and joy. I fully recommend Moritz.«
Jan (59), Norwegen
»Moritz ist sehr einfühlsam und strahlt so eine Ruhe aus. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und durfte lernen, auf mich zu vertrauen und nicht immer auf eine Leitung von außen zu warten. Ich und mein Körper wissen, was am besten für mich ist.
Ich kann Moritz wirklich aus ganzem Herzen empfehlen und bin dankbar für diese schöne Erfahrung.«
Cristina K.
»Moritz hat mich sehr einfühlsam in unseren Settings begleitet. Durch seine ruhige und präsente Haltung konnte ich sehr gut mit meinem inneren Erleben in Kontakt treten und auch in schwierigen Lebenssituationen stimmige Erkenntnisse und Lösungen finden. Moritz ist echt, empathisch und wertschätzend, ich kann ihn wärmsten weiterempfehlen. Mit ihm ist mir so mancher wunderbare Wachstumsschritt gelungen!«
Susanne S., Limburg
»War es in der Vergangenheit immer sehr anstrengend, mich mit meinen Problemen auseinander zu setzen, machte es jetzt sogar richtig Freude. Es fühlte sich an, als würden wir mit viel Neugier ein Rätsel lösen. Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass sich so schnell so viel verändern lässt. Nach vielen erschöpfenden Jahren kann ich endlich fühlen, dass in meiner größten Schwäche so viel Potential liegt und sich transformiert. Ich bin unendlich dankbar.«
Judith (24), Konstanz
»In Moritz fand ich einen sehr zuge­wandt­en, besonders einfühlsamen Prozess­begleiter. Während der gemein­samen Arbeit fühlte ich mich sicher und zutiefst angenommen, so dass ich auch schwierige Themen, die sonst eher ver­schwiegen wurden, vertrauensvoll ansprechen konnte. Moritz‘ breite methodische Aufstellung und Flexibilität nahm ich dabei als sehr hilfreich wahr.«
Martina (62), Aachen
»Etwas, das mein soziales Leben über 20 Jahre beeinflusst hat und das niemand jemals ernst nahm, war nach nur wenigen Treffen wie aufgelöst. Es ist schwer zu erklären, aber die unmittelbare Veränderung, die ich spürte, war erstaun­lich und hat mich überrascht.«
Dorothea (36), Berlin
»Moritz hat mir durch seine einfühlsame und fachkundige Art innerhalb weniger Sitzungen bei Problemen geholfen, die ich während der letzten Jahrzehnte trotz intensiver Arbeit und Unterstützung nicht auflösen konnte. Ich würde jederzeit wieder seine Begleitung in Anspruch nehmen.«
Henrike (31), Oldenburg
Nach intensiver Arbeit, kann ich, ohne übertreiben zu wollen, sagen, dass sich mein Leben komplett verändert hat. Niemals in meinem Leben habe ich mich so befreit und leicht gefühlt. Diese Veränderung drückt sich positiv in meiner gesamten Haltung aus und auch mein Umfeld bemerkt meine Ausgeglichenheit. Auch sind meine sozialen Kontakte tiefer und authentischer geworden. Ich bin zutiefst dankbar für Moritz' hohe Kompetenz, Empathie und seine absolut achtsame Haltung gepaart mit seiner Arbeitsmethode. Diese Begegnung hat mich tatsächlich ein großes Stück weit mehr ankommen lassen in einem Gefühl des Friedens mit mir selbst.
Julia K.
»Allein schon Moritz’ Art, Fragen zu stellen, haben mir geholfen, meine Probleme besser zu verstehen. Er hat sich viel Zeit genommen und sich sehr individuell mit mir befasst. Wenn etwas für mich persönlich nicht so gut funktionierte, war er flexibel und hat die Vorgehensweise angepasst. Außerdem gab er mir Tipps, wie ich die Methoden in meinen Alltag integrieren und auch selbstständig anwenden kann.«
Soline (26), Sankt-Gallen
»In nur drei Treffen schaffte Moritz, was jahrelange vorherige Versuche nicht schafften. Ich fühlte mich erstmalig wohl und ernst genommen. Er war sehr wert­schätzend und einfühlsam, hat individuell nach meinem Befinden verschiedene Techniken angewandt und ich konnte sofort großes Vertrauen zu ihm fassen. Es ist nur jedem anzuraten, Moritz und sein umfangreiches Wissen in Anspruch zu nehmen.«
Julia (41), Oldenburg
„Ich bin immer noch begeistert von deiner Arbeit und wie interessant unsere Session ihren Lauf genommen hat. Es war eine schöne Erfahrung, den Körper sprechen zu sehen.“
Lea, Oldenburg
„Moritz hat mich durch eine sehr intensive Krise begleitet, und dabei Veränderungen möglich gemacht, die ich vorher mit vielen anderen Methoden nicht erreichen konnte. Und das Schönste daran: Seine annehmende Art hat sich auf meinen Umgang mit mir selbst übertragen. Danke Moritz! Ich empfehle dich regelmäßig an jeden weiter, den ich in die Finger bekomme ;)“
Zainab
„Nach allem, was ich bisher probiert habe, angefangen von klassischer Therapie, unzähligen Büchern, Persönlichkeitsentwicklung und auch Hypnose bin ich zu Moritz gekommen und durfte durch seine Ansätze und variierenden Methoden lernen, alle meine Emotionen besser zu verstehen, zuzulassen und damit umzugehen.  Schon nach kurzer Zeit spürte ich eine deutliche Veränderungen. Der für mich wichtigste Aspekt jedoch ist, dass ich nun weiß wie ich mich selbst halten kann, was mir besonders in schwierigen Zeiten hilft zu vertrauen. Durch seine besondere Art gibt er einem den Raum und das Vertrauen sich zu öffnen und sich selber besser fühlen zu können.“
Nicole
„Mit Moritz zu arbeiten ist wie wenn man einen Raum betritt, in dem alles ausnahmslos da sein darf. Ohne Absichten, Ver-/Beurteilungen, ohne Druck oder Erwartungen, irgendwas erreichen oder leisten zu müssen. Den Schmerz ganz fühlen können, die Freude und auch die Wut. Es ist eine unglaublich bereichernde Erfahrung, die immer wieder nachhaltig Veränderungen in meinem Leben bewirkt und die ich nicht missen möchte.“
Helen